Gack, gack, gack Welt (004)

Hochmut!

 

Habt ihr gut gescharrt und gepickt?

Bei mir ist es nicht ganz so gut gelaufen.

Ihr erinnert euch doch noch sicher daran, dass ich euch zuletzt erzählte, dass Ragui ins Wasser fiel.

 

Er musste ja auch unbedingt auf diesem Ast herumspringen, nur um mir mal wieder seine Überlegenheit zu beweisen. Der Ast hingegen war nicht so beeindruckt von seiner Überlegenheit gewesen, denn er war gebrochen. Und der Hahn fiel dadurch ins Wasser!

 

Da hättet ihr nicht dabei sein wollen, glaubt es mir!

Er versuchte im Fluss mit den Flügeln zu flattern, und gleichzeitig leicht durchdrehend zu kreischen. Er beschimpfte mich, den Ast der gebrochen war, das Wasser und auch noch alles andere.

Dazwischen spukte er immer wieder das geschluckte Wasser aus.

 

Bevor ich zu ihm gelangen konnte, um ihm vielleicht zu helfen, hatte ihn die sanfte Strömung des Flusses schon an das Ufer gespült. Auf die Seite auf der ich mich befand, und so hatte ich einen guten Ausblick, auf seine weiteren Rettungsversuche.

Zeternd versuchte er, sich die kleine Böschung hinaufzuschleppen.

Gleichzeitig versuchte er dabei, möglichst viel seiner noch verbliebenen Würde zu retten.

Leider gelang ihm das nicht so richtig!

 

Während er sich so lang wie möglich machte und zeitgleich über die angeschwemmten Pflanzenreste zu stolzieren versuchte, verfing er sich irgendwo mit seiner Kralle.

Darauf riss er – wie eine alte Hampelfeder – an seinem Bein, und krähte dazu fortwährend sowie lautstark:

„Hilf mir gefälligst du dummes Huhn! Bewege dich, du faules Federvieh!“

 

Ich wollte ihm gerade etwas darauf entgegnen, da sah ich eine massige Gestalt, hinter ihm im Fluss.

Ein riesiger Kopf erhob sich über die Wasseroberfläche und kleine, dunkle sowie verschlagen blickende Augen musterten den Hahn. Aus dem Maul des Kopfes hingen so eine Art Lianen herab, nur schienen es keine Pflanzen zu sein.

Ich konnte den Körper der Gestalt, wegen des Wassers, nur erahnen. Doch er war riesig!

 

Er schien sogar noch größer zu sein, als der Körper Zuckerschnutes!

Dieser Bär aus dem Wolkenschnabelgebirge. Den kennt ihr doch, oder?

Jedenfalls war ich mir sicher, dass es für das Wesen im Fluss eine Kleinigkeit wäre, Ragui einfach zu verspeisen.

 

Panisch schrie ich somit an den Hahn gewandt:

„Pass auf, hinter dir!“

„Ich habe keine Zeit für so einen Blödsinn, bewege deinen dicken Bürzel zu …“, schrie er zurück.

Doch aus seinen Augenwickeln hatte er anscheinend eine Bewegung wahrgenommen.

Er drehte seinen Kopf und schaute genau in die kleinen Augen, die auf ihn gerichtet waren. Daraufhin öffnete und schloss er mehrmals seinen Schnabel, während er dazu ohne Stimme krähte.

Dann kippte er seitlich weg und fiel auf die dort angeschwemmten Pflanzenreste.

 

Der riesige Schädel senkte sich daraufhin, mit weit geöffnetem Maul, ins Wasser herab. Momente später tauchte er wieder auf und spuckte es über den noch bewusstlosen Hahn.

Schlagartig erwachte dieser und richtete sich prustend auf.

Der kleine Fisch, der auf ihm gelegen hatte, fiel zurück ins Wasser, und schwamm eilig davon.

 

Nun drehte Ragui wieder den Kopf und musste auf den riesigen Schädel blicken.

Erneut verfiel der Hahn in Bewusstlosigkeit!

Der Schädel des Wesens senkte sich ins Wasser, tauchte wieder auf und durchnässte Ragui nochmals, der auch sofort ängstlich zitternd aus seiner Ohnmacht erwachte.

 

„Wir können das den ganzen Tag so weiter machen, bis ich die Lust an diesem Spiel verliere. Dann werde ich dich fressen, du einfältiges Huhn!“, sagte der Gigant aus dem Wasser, mit einer dumpfen Reibmuschelstimme.

Raguis Kopf zuckte hin und her – als würde er einen Ausweg aus seiner Situation suchen.

Er hing aber noch mit seiner Klaue fest, was ein Entkommen sehr unwahrscheinlich machte. Ich sah ebenfalls keine Möglichkeit, wie ich ihn aus seiner Notlage befreien konnte.

 

Da sagte Ragui weinerlich zu dem Wasserbewohner:

„Ich bin kein Huhn …“, den Rest seines Satzes verschluckte er, denn das Wesen war nun wieder etwas näher auf ihn zu geschwommen.

„Es interessiert mich wirklich nicht was du bist. Wichtig ist nur, dass du mir gut schmecken wirst!“

Ragui neigte seinen Kopf nach unten und erklärte leicht stotternd:

„Du hast ja Recht, ich bin ein Huhn! Verzeih mir bitte.“

 

Wäre die Situation nicht so gefährlich gewesen, ich glaube ich hätte angefangen zu gackern. Unser Hahn war nicht nur feige, jetzt war er auch ein Huhn. Genau wie meine Schwestern und ich!

 

„Darf ich dich bitte nach deinem Namen fragen, oh mächtiger Bewohner der Tiefe?“, fragte unser neues Huhn den Wasserbewohner, in unterwürfigem Tonfall.

„Meinen Namen wirst du nie erfahren, du Huhn, auch nicht wenn ich dich gleich herunterschlucke! Für dich bin ich der Wels. Einfach nur der Wels! Und falls du es nicht erkannt haben solltest, ich bin ein Fisch!“

Der Kopf des Welses kam noch ein wenig näher und fuhr fort:

„Früher einmal habe ich im Regenbogensee gelebt. Ich war der Herrscher des Sees! Doch dann kam das große Beben, während ich im Papo auf der Jagd war. Als ich dann in mein Reich zurückkehren wollte, befand sich der riesige Strudel im Lupa, den selbst ich nicht durchschwimmen konnte!

Seit dieser Zeit schwimme ich Tag um Tag und Jahr um Jahr den Lupa hinauf, immer nur um festzustellen, dass es dort für mich nicht weitergeht.“

 

Ich erinnerte mich, bei den Worten des Fisches, an Mutters Erzählung. Da waren wir noch Küken gewesen.

Noch lange bevor unsere Eltern geboren wurden, hatte der Erdwichtel fürchterlich hier im Tal gewütet. Das musste das Beben gewesen sein, dass der Wels gerade erwähnt hatte. Somit musste der Wels aber fürchterlich alt sein, wenn er das miterlebt hatte, zuckte es mir durch den Kopf.

 

Während ich versuchte mir das vorzustellen, flehte Ragui den Fisch an:

„Großer Wels, mir ist gerade eine Idee gekommen. Bitte lass sie mich dir erläutern, bevor du mich verschluckst.“

„Dann rede schnell. Ich bemerke gerade, wie ich langsam großen Hunger bekomme!“

 

Gerne würde ich ja noch mit euch weiter plaudern und ich hasse es wirklich eine Geschichte so mitten drin zu beenden, aber leider ist unsere Zeit für dieses Mal vorbei. Seid nicht zu traurig, wir hören uns ja schon bald wieder, hier aus dem Papolupatal!

 

Seid bitte immer vorsichtig, wenn ihr in unbekannten Gewässern schwimmen geht. Esst noch ein paar leckere Körner und nehmt nicht alles so schwer, was Dungbräter zu euch sagen.

 

Dabiduda – das Huhn, das interessiert daran ist, wie sich unser Hahn aus der Lage bringen kann, in die er sich selber gebracht hat!

 

Das Geschenk!

Aber auch einfach so.

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