Gack, gack, gack Welt (006)

Vorsicht oder Angst?

 

Habt ihr schon auf uns, oder mich, gewartet?

 

Letztes Mal war ich mir nicht sicher, ob Ragui mich heute noch seinen Kräh, wie er es nennt, machen lässt. Aber, wie ihr bestimmt schon erraten habt, hat er mir diesmal noch die Aufgabe überlassen, was mich natürlich sehr freut!

 

Ragui war nach der Begegnung mit dem Wels zuerst einmal eingeschlafen.

Das kann durchaus schon mal geschehen, wenn man eine ganze Weile angespannt war und dann endlich zur Ruhe kommt.

So wartete ich darauf, dass er wieder erwachte.

Die Wartezeit verbrachte ich damit, Körner zu picken, die in unserer unmittelbaren Nähe auf dem Boden lagen.

 

Schließlich war mein Bauch angenehm gefüllt, und es war bereits Nachmittag geworden. Ich musste nun Ragui wecken. Denn wahrscheinlich wollte er noch etwas weiter, bevor wir uns einen Schlafplatz für die Nacht suchten.

Aber so einfach, wie sich das anhört, war es natürlich nicht!

 

Ragui konnte sehr ungehalten werden, wenn man ihn weckte. Es war dann sogar durchaus möglich, dass er einfach um sich pickte.

Ich kann euch sagen, dass ich nicht die geringste Lust verspürte, ihm als Ziel zu dienen!

 

So hüpfte ich zum Wasser hinunter und nahm, mit meinem Schnabel, ein feuchtes Blatt aus dem Wasser auf.

Mit diesem begab ich mich damit wieder zu dem Hahn zurück.

Er schlief immer noch, und ich zögerte einen Moment, doch dann klatschte ich ihm das tropfende Blatt auf den Kopf.

 

Schnell hüpfte ich etwas zur Seite, und tat so als würde ich etwas auf dem Boden suchen.

„Bitte verschone mich mächtiger Bewohner der Tiefe.“, schrie Ragui hysterisch auf.

Da er mir mal wieder Leid tat, redete ich sofort beruhigend auf ihn ein:

„Ist schon gut, du hast nur schlecht geträumt. Wir sind nicht mehr im Wasser! Es wird aber Zeit, uns auf den Weg zu machen – denke ich.“

 

Er öffnete jetzt seine Augen richtig und schaute sich um, dann sagte er zu mir:

„Du dummes Huhn, warum hast du mich nicht schon viel früher geweckt? Schau doch nur mal, wie weit der Tag schon fortgeschritten ist! Heute kommen wir ganz bestimmt nicht mehr zu meinem Misthaufen! Was hast du dir nur gedacht? Wie immer gar nichts, möchte ich meinen!“

 

Hatte ich zuvor noch ein schlechtes Gewissen gehabt, weil ich ihn so unsanft weckte, war es nun auf wundersame Weise wieder rein!

Er konnte schon eine ziemliche Lurchzunge sein!

Reden konnte man mit ihm in dieser Verfassung nicht mehr, so ließ ich ihn weiter vor sich hin brabbeln.

Während er sich mal wieder über mich, und alle anderen beschwerte, flatterte er in nördliche Richtung und ich folgte ihm.

 

Der Papo vereinigte sich hier mit dem Lupa und floss als kräftiger Strom, im Schatten des Wolkenschnabelgebirges. Als Papolupa, dem unser Tal seinen Namen verdankte!

Ich selber war noch nie im Wolkenschnabelgebirge unterwegs gewesen. Das ist der Nachteil, wenn man nicht so richtig fliegen kann!

 

Lange Strecken hüpfend zurückzulegen ist sehr anstrengend, man merkt dann jedes Korn, was man zuviel gepickt hat, wenn ihr wisst, was ich meine.

„Ich möchte gar nicht hören, was du für einen Unsinn in meinen Nachrichten verbreitet hast. Es wird Zeit, dass ich das wieder übernehme! Zuerst diese Frau Platsch, die sich lieber in der Gegend herumtreibt, um die Blaumeisenbrut zu unterstützen. Und dann du!“, maulte Ragui, die ganze Zeit, während wir uns weiter nach Norden bewegten.

 

Es war schon später Nachmittag geworden und mein Bauch meldete sich mal wieder!

Ich hatte zwar während unserer Wanderung hin und wieder ein Korn picken können, aber das reichte natürlich absolut nicht.

„Schau, da stehen Maispflanzen!“, rief ich zu dem vor mir her hüpfenden, und immer noch sich beklagenden, Hahn.

 

Die Maiskörner leuchteten in einem verlockenden gelb und die Pflanzen wuchsen prächtig vor sich hin, geschützt von drei Felswänden. Vermutlich entwickelten sie sich hier deshalb so prächtig.

Ich hüpfte sofort darauf zu, doch bevor ich sie erreichte, schrie der Hahn mich an:

„Du dummes Huhn! Du kannst doch nicht immer nur ans essen denken! Hast du dir vielleicht mal überlegt, dass dieses eine Falle sein könnte? Oder dass andere sich bereits dort verstecken? Hast du unser Erlebnis mit diesem Welsfisch schon vergessen?“

 

Das war wieder typisch für ihn!

Mich vor harmlosen Pflanzen warnen, aber selber wie eine Lurchzunge auf einem Ast herum hüpfen, bis er bricht!

 

Aber um des lieben Frieden willens, tat ich ihm den Gefallen und blieb stehen, während er einen Pfad auf die Felswände suchte.

Um sich einen Überblick zu verschaffen, wie er zu mir meinte.

Nach längerer, umständlicher Suche, hatte er einen Weg gefunden, dem er nun folgte, um auf eine der Steinwände zu gelangen.

Er keuchte wie ein altersschwacher Brummwichtel, und immer wieder lösten sich kleine Steine, die den Pfad herabkullerten.

 

Für mich stand fest, dass in den Maispflanzen bestimmt keiner auf uns lauerte!

Denn bei dem Lärm den Ragui machte, wäre derjenige uns bestimmt schon längst erschienen. Für mich war es jedoch zu gefährlich dort zu picken, weil diese alte Gammelfeder mit seinen Krallen dauernd Steine nach unten beförderte.

Nach einiger Zeit, die mir endlos vorgekommen war, hatte er endlich die Spitze einer der Felswände erreicht und schlurfte darauf. Er hatte seinen Schnabel dabei nach unten gerichtet und schien alles genau abzusuchen.

 

Dann war er anscheinend zufrieden, denn er brüllte zu mir hinunter:

„Du gefräßiges Huhn kannst jetzt picken gehen, es droht keine Gefahr!“

Er drehte sich schwungvoll um, und plötzlich löste sich ein großer Felsbrocken und stürzte nach unten!

Auf die armen Pflanzen.

 

Auf seinem Weg nach unten, krachte dieser mehrmals gegen die Wand, und kam schließlich zwischen den Pflanzen zum Liegen.

Leider merke ich, dass unsere gemeinsame Zeit mal wieder verstrichen ist!

Schnabel hoch, in einer Woche hören wir ja schon wieder voneinander. Bis dahin scharrt recht schön!

 

Dabiduda – das Huhn, welches ewig darauf warten muss, etwas in den leeren Bauch zu bekommen.

Das Geschenk!

Aber auch einfach so.

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