Gack, gack, gack Welt (001)

Gewissensbisse!

 

Dabiduda ist mein Name und ich bin ein Huhn!

 

An dieser Stelle hat ja in letzter Zeit unser aufgeblasener Hahn berichtet, aber der ist zurzeit nicht auffindbar, doch dazu später.

 

Ich glaube, das letzte Mal hatte er euch erzählt, wie er und ich in die Tiefe gestürzt waren, und dort auf Wasser aufgetroffen sind. Wir schwammen und flatterten dann irgendwo in der Dunkelheit umher, auf der Suche nach einem Platz, auf dem wir uns endlich wieder vernünftig bewegen konnten.

 

Gerade als der Boden wieder anzusteigen begann und ich mich auf dem Weg aus dem Wasser befand, spürte ich, wie mich von hinten etwas in meinen Bürzel pickte. Es war Raguis Schnabel!

 

Natürlich gackerte ich erschrocken los und möglicherweise war es ja ein wenig zu laut. Aber stellt euch doch bitte mal vor, ihr würdet in der Dunkelheit umherirren, und da spürt ihr plötzlich einen scharfen Schnabel in eurem Bürzel. Da würdet ihr bestimmt auch laut zetern.

 

Dazu kam noch, dass sich unser arroganter Hahn noch nicht einmal dafür entschuldigt hatte. Stattdessen drängte er sich laut krähend, Beleidigungen dabei ausstoßend, an mir vorbei und verschwand irgendwo in der Dunkelheit. Im weggehen krähte er noch, ich solle endlich meinen dummen Schnabel halten!

 

So ließ ich ihn einfach auf seinen ungepflegten Krallen davon gehen und widmete mich stattdessen kleinen Würmern, die einfach auf dem Boden vor mir her glitten, und ebenfalls in der Dunkelheit verschwanden.

 

Als normales Huhn habe ich leider ständig Hunger, wogegen ich auch nicht ankämpfen konnte und wollte. Instinkt eben, ihr wisst schon was ich meine! Des Weiteren gibt es in der Dunkelheit auch nicht gerade so eine reichhaltige Auswahl an Nahrungsmitteln, wie sie im hellen Sonnenschein vorhanden war. So musste ich natürlich jede sich mir bietende Gelegenheit zum picken nutzen!

 

Ich war so versunken in diese Tätigkeit den Würmern zu folgen, da fiel mir plötzlich helles Licht in die Augen. Ich flatterte sogleich erfreut darauf zu, und schon lag die dunkle Höhle hinter mir.

 

In der Höhle hatte ich die ganze Zeit über ein leises Rauschen wahrgenommen und sah jetzt, dass es nicht die Luft gewesen war, die durch die Höhle wehte, die ich zuvor vermutet hatte, sondern der Papo. Der Fluss lief nämlich hier über eine Steinstufe und platschte diese munter hinab.

 

Zunächst hatte mich die Helligkeit des Tageslichtes geblendet, doch dann, als ich mich daran gewöhnt hatte, fiel mein Blick auf einige Sonnenblumen. Sie reckten sich unweit des Wassers in die Höhe und wiegten sich leicht im Wind.

 

Da ich davon überzeugt war, dass Ragui mich schon bald hier finden würde, nutzte ich die Gelegenheit, um mir ein paar der heruntergefallenen Kerne einzuverleiben.

 

Na gut, es waren eine Menge „ein paar“.

 

Wenn ihr es schon genau wissen wollt, es waren ziemlich viele!

 

Ich kann euch versichern, dass diese Kerne wirklich unheimlich lecker geschmeckt haben. Fast so, als hätten sie die gesamte Umgebung mit allem was dort wuchs, in ihrem Geschmack eingefangen. Da ist es doch kein Wunder, dass mich mein Instinkt dazu gezwungen hatte, immer weiter zu essen!

 

Auf alle Fälle bemerkte ich nach einer geraumen Weile, dass die Sonne schon ihren höchsten Punkt überschritten hatte. Auch bemerkte ich nun, dass Ragui noch immer nicht bei mir eingetroffen war. Ein ungutes Gefühl machte sich in mir breit. Besonders als ich mir in Erinnerung gerufen hatte, wie ungeschickt dieser Hahn zuweilen war.

 

So sehr uns auch dieser eingebildete Hahn manchmal auf die Federn ging, mit seiner Wichtigtuerei und seinem Krähen zu allen Gelegenheiten, so war er doch unser Hahn!

 

Weder meine Schwestern, noch ich, hätten ihn gegen einen anderen eintauschen wollen. Wie unsere Mutter schon immer gesagt hat: was man hat, dass weiß man. Was man bekommt, ist jedoch immer höchst ungewiss – und wirklich in den seltensten Fällen besser!

 

So begab ich mich also wieder zu der Öffnung, welche mich hier her zum Fluss geführt hatte, und verschwand wieder darin.

 

Fast sofort umgab mich Dunkelheit und ich musste einen Moment lang inne halten, damit sich meine Sinne an diese Bedingungen gewöhnen konnten. Nach einer Weile hatte sich mein Gehör ungefähr im gleichen Verhältnis, wie meine Sehfähigkeit abgenommen hatte, gebessert. Ich konnte den leisen Atem des Windes hören, der durch die lichtlose Schwärze streifte und auch spüren, wie er mit meinen Federn spielte.

 

Wenn ich immer den Schnabel in diese Luft hielt, so stellte ich es mir vor, musste ich irgendwann zu der Stelle gelangen, an der wir ins Wasser gefallen waren. Dort würde es mir bestimmt möglich sein, eine Spur unseres unglückseligen Hahnes zu finden. Während mir diese Überlegungen durch meinen Kopf flatterten, blitzen zur gleichen Zeit auch immer wieder die verschiedensten Beleidigungen auf, mit denen er meine Schwestern und mich bedacht hatte.

 

Bevor ich den Hahn ein Hahn sein lassen und wieder umkehren wollte, wischte ich diese Gedanken entschieden weg. Wenn wir uns nämlich über so etwas aufregten, würde es auch eine Bedeutung erlangen, und das wollten wir alle vermeiden!

 

So flatterte ich entschlossen den einmal eingeschlagenen Weg weiter und bald schon, hatte ich die Stelle erreicht, an der Ragui und ich aus dem Wasser gekrabbelt waren. Ich hielt erneut inne und strengte meine Gehörgänge noch mehr an, um vielleicht etwas Ungewöhnliches hören zu können.

 

Da rieselte Sand in das Wasser, dort tröpfelten einige Tropfen von der Decke auf den steinigen Boden. Der in der Höhle umherstreifende Wind ließ ein leises Stöhnen erklingen und von weiter entfernt, drangen klagende Laute zu mir. Es hörte sich fast so an, wie ein kleines Küken, welches nach seiner Mutter rief.

 

Verwichtelt noch mal, gerade fällt mir auf, dass ich euch nun schon ziemlich lange erzählt habe, und leider wird es Zeit, dass ich jetzt meinen „Gacker“ beende! Wenn ihr wollt, könnt ihr Ragui, oder mich, nächste Woche wieder sehen.

 

Bis dahin wünsche ich euch viele leckere Körner und tollen Sand zum scharren.

 

Dabiduda – das Huhn, das bestimmt nicht so dumm ist, wie mancher es meint!

Das Geschenk!

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